Leserbriefe

OB holt die Juristenkeule raus

Jörg Nolle, Nürtingen. Zum Artikel „Welthaus übt harsche Kritik an Stadt“ vom 30. November.

Okay, der Kern der Doppelausstellung im Welthaus zum Nahostkonflikt ist nicht besonders multiperspektivisch. Wie sollte es auch sein, wenn die Nakba-Dokumentation von einem Verein für Flüchtlingskinder im Libanon zusammengestellt wurde. Aber nichts in Wort und Bild ist falsch. Es gibt keine Spur von Antisemitismus. Und wir Deutschen müssen uns ja langsam fragen, was wir mit Netanjahu machen, wollte er je wieder nach Deutschland kommen. Er müsste dann als Kriegsverbrecher festgesetzt werden, was auch schon wieder übertrieben klingt. Jetzt also meint unser OB, sich gegenüber dem Welthaus-Vorstand wehren zu müssen. Das Welthaus werfe ihm Erpressung vor, nur, weil es dargelegt hat, dass es bei der Förderung vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Der Vorwurf der Erpressung wird im Welthaus-Brief in keiner Weise benutzt. OB und Jurist Fridrich meint, eine Juristen-Keule rausholen zu müssen, denn der Vorwurf der Erpressung könne ja geahndet werden. Er aber verzichte großzügig darauf. Das ist, mit Verlaub, lächerlich. Wer die Hitze einer Debatte nicht aushält, sollte sie meiden und nicht gleich mit einer Keule kommen. Und die Zeitung übernimmt auch noch den angeblichen Erpressungstatbestandsvorwurf.

Wiederholt stellt der OB heraus, wie viel Arbeit der städtische Wirtschaftsförderer in die Zwischennutzung gesteckt hat. Das mag sein, nach meinen Informationen aber schloss zunächst das Welthaus den Fördertopf auf. Es gehört einfach zu den normalen Aufgaben eines Wirtschaftsförderers, Zuschüsse in die Stadt zu holen. Zumal für eine Initiative, die auf fast schon sagenhafte Weise bürgerschaftliches Engagement mitten in der Stadt und inmitten der Stadtgesellschaft angeschoben hat.

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