Nürtingen

Geglückter Coup: Zwergflusspferde kommen nach Nürtingen

Eigentlich wollte der Förderverein der Wilhelma am Neckarknie in Bad Cannstatt ein Gehege für die Tiere bauen. Doch weil in Stuttgart das Projekt nicht vorankam, erhält nun die Hölderlinstadt den Zuschlag. Update: Klicken Sie hier für mehr zu unserem diesjährigen Aprilscherz.

Flusspferde am Neckar: So könnte es bald in Nürtingen aussehen. Foto: Ralf Just

NÜRTINGEN. Es ist ein echter Paukenschlag. Am 1. April will Oberbürgermeister Johannes Fridrich eine kleine Sensation bekannt geben. Nürtingen wird ein Gehege für Zwergflusspferde direkt am Neckarufer bekommen. Ursprünglich wollte die Wilhelma die Flusspferde direkt am Neckarknie in Bad Cannstatt ansiedeln. Aber das Projekt kam nicht so recht vom Fleck. Der Förderverein der Wilhelma hatte sogar schon eine Bauvoranfrage bei der Stadt Stuttgart eingereicht, doch diese ruht derzeit. Der Vorsitzende des Fördervereins, der ehemalige Flughafen-Chef Georg Fundel hat daher die Notbremse gezogen. „Der Neckar ist lang, dann machen wir das halt woanders“, soll er in der jüngsten Sitzung des Fördervereins gesagt haben.

Stadträte sind begeistert

OB Johannes Fridrich, immer gut vernetzt und mit besten Kontakten nach Stuttgart, hat Wind von der Sache bekommen und als Alternative das Wörth-Areal in Nürtingen angeboten. „Da wird man sich über die Bebauung sowieso uneins sein, aber gegen die Ansiedlung von Zwergflusspferden hat niemand etwas“, sagt der OB. Auch bei der jüngsten Klausurtagung der Verwaltung und des Gemeinderats in Altensteig waren die Zwergflusspferde das wichtigste Thema. Räte und OB kamen überein, die Pläne so schnell wie möglich, und zwar am 1. April, öffentlich zu machen. Zwar muss der Gemeinderat dem Projekt noch zustimmen, aber das gilt als Formsache. „Wir wären ja Narren, wenn wir das nicht tun würden“, sagt beispielsweise Freie-Wähler-Stadtrat Achim Maier, der während der Fasnet immer ins Narrenhäs schlüpft. Auch aus den Reihen der stets kritischen NT-14-Fraktion sind positive Signale zu hören. „Der Eintritt muss natürlich frei sein und das Areal muss für alle Bürger zugänglich bleiben“, heißt es in einer Pressemitteilung zum Thema.

Die schon detailliert ausgearbeiteten Pläne sollen fast eins zu eins in Nürtingen umgesetzt werden. Der Förderverein wird das Gelände von der Stadt pachten. Die Kosten, die komplett vom Verein getragen werden, liegen bei rund drei Millionen Euro. Wenn alles fertig ist, schenkt der Verein der Wilhelma das Bauwerk, die dann das Gehege betreiben wird. „Für Nürtingen ist das ein absoluter Coup“, sagt der OB. Einmal mehr werde erneut das Neckarufer in Nürtingen aufgewertet. „Damit sind wir endgültig die Nummer eins unter allen Neckaranrainern“, ergänzt der OB.

Kompaktkurs für angehende Tierpfleger

Bereits in einer Sitzung am 1. April sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Das duldet keinen Aufschub. Entweder jetzt oder nie“, sagt Fridrich. Die Wilhelma und der Förderverein sind jedenfalls froh, einen verlässlichen Partner gefunden zu haben. Geklärt werden muss noch, wie die Tierpfleger täglich von der Wilhelma zum Gehege aufs Wörth-Areal kommen. „Sie müssen ein- oder zweimal vor Ort sein. Das Gehege säubern und die Tiere füttern“, erklärt der OB. Man überlege, einen täglichen Pendelbus einzurichten. Einige Gemeinderäte hätten aber schon signalisiert, dass sie gern mithelfen wollen. „Die Wilhelma will Interessierte in einem Kompaktkurs schulen“, sagt der OB. Wer gern dabei sein will, der kann sich am 1. April bei der Nürtinger Zeitung (forum@ntz.de) melden. Zu Beginn sollen zwei Tiere (männlich/weiblich) in die Anlage einziehen. Für Namensvorschläge ist die Stadt offen. Auch diese Vorschläge sammelt die NZ unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Der OB denkt sogar schon einen Schritt weiter. „Auf dem Areal wäre sogar noch Platz für ein zweites Gehege“, sagt Fridrich. Mit fortschreitendem Klimawandel könnte zukünftig sogar die Ansiedlung von Krokodilen möglich sein. Dem OB schwebt aber noch eine ganz andere Tierart vor: „Unser NürTiger ist doch etwas einsam. Er braucht dringend Familienanschluss.“

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