Leserbriefe

Als die CDU nach links rückte

Christoph Traube, Nürtingen. Zum Artikel „Merz unter Druck - Merkel: Abstimmung mit der AfD war falsch“ vom 31. Januar.

Erinnern wir uns mal kurz an die Ära Merkel. Welche Atmosphäre herrschte damals im Land und in der CDU? Wie ging man mit Leuten um, die nicht auf Linie waren? Und was macht Frau Merkel jetzt: Sie wendet sich kurz vor der Bundestagswahl öffentlich gegen die eigene Partei und deren Spitzenkandidaten. Das ist nichts anderes als parteischädigendes Verhalten. Dass sie Herrn Merz nicht mag, ist klar und beruht auf Gegenseitigkeit. Ebenso wird ihr das neue, moderat konservativere Programm der CDU natürlich nicht gefallen. Sie war es ja, die die CDU nach links geführt hat. Trotzdem waren die Wahl von Friedrich Merz und der Beschluss des neuen Programms demokratische Entscheidungen, die man – als Demokrat – akzeptieren muss, auch wenn sie einem nicht gefallen. Aber wundern muss man sich nicht: War Merkels Politik nicht „alternativlos“? Und jeder, der es anders sah, (im besten Fall) verantwortungslos oder unmoralisch? Meistens wurde man freilich einfach in die rechte Ecke gestellt. Da reichte es schon, wenn man Zweifel an ihrer „Willkommenskultur“ hatte. Oder die Maßnahmen gegen Corona kritisierte, sich nicht impfen lassen wollte und so weiter. Und rund um die rechte Ecke hat Frau Merkel ihre „Brandmauer“ errichtet. Tja, und hinter der Brandmauer und in dem politischen Vakuum, das ihr Linksruck erzeugt hatte, konnte die AfD wachsen und gedeihen. Und wahrscheinlich hat auch dieses Spielchen jetzt wieder nur einer Partei genutzt: der AfD. Glückwunsch! Genau so geht „staatspolitische Verantwortung“, Frau Merkel.

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