Eugen Schnell, Nürtingen.
Im Rückblick erlebte ich in vielen Medien, insbesondere im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk (ÖRR) und in Talkshows, den US-Wahlkampf im letzten Jahr als eine Wahl zwischen „Gut“ und „Böse“. Es war oft die Erzählung von den „guten Demokraten“ und den „bösen Republikanern“. In Deutschland war vor allem der Spiegel darum bemüht, Trump auf seinen Titelblättern in fratzenhafter Mimik mit Titeln wie „Das Tier“, „Operation Wahlbetrug“ oder „The Next President – Drehbuch einer Tragödie“ zu diffamieren.
Auch andere Medien griffen gegen Trump häufig zur „Moralkeule“ oder „Faschistenkeule“, wenn über ihn berichtet wurde. Als ich die Nürtinger Zeitung am Tag nach Trumps Inauguration aufschlug, las ich in einem Kommentar eine Ansammlung inakzeptabler Beschreibungen wie „Bereicherungstrieb“, „Profitgier“ oder „Immobilien-Tycoon“. Im Leitartikel wurde Trump als „egozentrischer Macho“ oder „großer Rabauke“ dargestellt. Wem sollen solche Abwertungen nutzen? Unserer Regierung?
Zur Inauguration von Trump fehlten deutsche Regierungsvertreter. Wenn diese Verunglimpfungskampagne in vielen deutschen Medien tatsächlich in den USA wahrgenommen wurde, sollte man sich nicht wundern, dass Einladungen ausblieben. Kritik ist das eine, diplomatisches Geschick das andere. Durch Moralisieren und Abwerten mag man sich besser fühlen – ein Weg, der unserem Land jedoch nicht dienlich ist, wenn es darum geht, Verhandlungen mit den USA aufzunehmen.
Wenn dann auch noch der deutsche Botschafter unsere Außenministerin in einer versehentlich öffentlich gewordenen Analyse ähnlich diffamierend über Trump urteilt wie die Kommentatoren, richtet dies – so die Einschätzung von Friedrich Merz – weiteren schweren Schaden für unsere Regierung an. Ein baldiger Gesprächstermin mit Trump bleibt so wohl ein Wunschtraum für die Bundesregierung. Dabei gibt es einige Themen, die ein gutes Verhältnis zu den USA erfordern würden, wenn wir einer fortschreitenden Deindustrialisierung und einer Infrastrukturkatastrophe entgegenwirken wollen.
Leserbriefe | 28.03.2025 - 05:00
Ohne Mütter keine Rente
Walter Stahli, Nürtingen. Zum Artikel „Mütterrenten ausweiten? Rentenexpertin sagt Nein“ vom 17. März.
Aus dem oben genannten Artikel erfahren wir, dass die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, die von den Unionsparteien ...
Leserbriefe | 28.03.2025 - 05:00
Aussitzen und wegducken
Ulrike Schneider, Nürtingen. Zum Artikel „Abflug zu 115 Zielorten“ vom 19. März.
Ab Sonntag startet mit der Sommerzeit der Flughafen Stuttgart in den Sommerflugplan. 115 Zielorte in 37 Länder. Prima! Das freut jeden reiselustigen Schwaben, den es mit ...