Leserbriefe

Stillstand beim Autoverkehr

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „Vorerst keine weiteren Tempolimits“ vom 23. Januar.

Wieder ein Gutachten für Nürtingen, diesmal immerhin mit 23 Lösungsansätzen zur Reduzierung von Verkehrslärm. Immerhin gibt es einen Bezug zu EU-Vorgaben hinsichtlich des hohen Guts der gesundheitlichen Unversehrtheit, das einen höheren Rang hat, als die nicht selten schlechten Gewohnheiten und Einsichten im Autoland Deutschland. Tempo 30, das gibt es in Tübingen, im nahen Neckarhausen und bislang ohne Beschwerden oder volkswirtschaftliche Verluste. Im Gegenteil: Für die Anwohner im Innenstadtbereich macht es einen qualitativen Unterschied zum Besseren hin. Aber da sind ja noch die Verantwortungsträger, die zwar gerne lauthals nach Politikwechsel rufen, aber dann stur am „Weiter-so“ festhalten. Sie nutzen und setzen das trügerische Wort der „Freiwilligkeit“, wenn es um Rücksichtnahme und Transformation geht. „Autoverkehr“ scheint da wie „Wirtschaft“: Politikwechsel meint eigentlich Vorherrschaft, nicht Politik. Denn da soll sich bitte schön möglichst nichts ändern. Politik als Zukunftsgestaltung, oh Hilfe, das stellen wir unter Ideologieverdacht. Mit der Stimme des Nürtinger Oberbürgermeisters, der bei seiner Wahl und bei Sonntagsreden gerne den Klimaschutz als wichtigstes politisches Ziel auslobt, darf man wohl auch nicht mehr rechnen. Was bringt das Schimpfen auf Berlin, wenn das Beharrungsvermögen bereits vor Ort herrscht und von 23 Vorschlägen zur Lärmreduktion im Verkehr nicht ein einziger für wert befunden wird? Das soll glaubwürdige Politik sein, die für die Bürger von Nürtingen arbeitet?

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