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Das sind die besonderen Anforderungen für einen Friedhofswärter

Schüler des Nürtinger Hölderlingymnasiums haben sich mit dem Waldfreidhof beschäftigt.

Die Arbeit auf dem Friedhof ist eine ganz spezielle. Foto: zis

NÜRTINGEN. Amelie Thiele, Sofia Stärk, Josra Hasab und Esmée Kettering aus der Klasse 9a des Hölderlin-Gymnasiums Nürtingen haben sich mit dem Beruf des Friedhofswärters beschäftigt. Hier ihre Erkenntnisse.

Die Arbeit des Friedhofswärters ist eine der ungewöhnlicheren. Der oft unterschätzte Beruf erfordert sowohl Respekt als auch Einfühlungsvermögen. Deshalb haben wir uns mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine aktuelle Friedhofswärterin interviewt.

Anja Wittlinger, die am Waldfriedhof in der Friedhofsverwaltung arbeitet, sagt, ihr wäre der Job durch Zufall angeboten worden. Was ihr besonders gut gefalle, sei die Vielseitigkeit und dass sie mit Menschen arbeiten und ihnen helfen könne. Auch die Anrufe und das Regeln von beispielsweise Grabverlängerungen würden ihr gefallen. Ihre täglichen Aufgaben beinhalten unter anderem die Prüfung, Ausstellung und Bestätigung von Urnenanforderungen fürs Krematorium und das Bearbeiten von Grabmalgenehmigungen. Außerdem nimmt sie Anrufe und Anfragen entgegen.

Auf die Frage hin, ob es besondere Herausforderungen in ihrem Beruf geben würde, antwortete sie: „Ja, schon das Emotionale.“ Insbesondere, wenn Angehörige kämen, deren Verstorbene sie dort nicht beerdigen dürfen, wäre es schwierig ihnen abzusagen. Bei verstorbenen Kindern wäre es besonders traurig. Was ihr bei emotionalen Schwierigkeiten hilft, sei, mit Kollegen zu reden. Anja Wittlinger selbst pflegt keine Gräber, da die Angehörigen selbst für die Grabpflege verantwortlich sind. Falls das allerdings nicht passiert, werden sie mit einem Brief ermahnt. Meistens genügt das schon, doch falls die Angehörigen dazu nicht in der Lage sind, können sie einen Gärtner anstellen, ihr Grab pflegeleichter gestalten und sich Tipps bei Anja Wittlinger holen.

Der Job verlangt auch emotionale Stärke

Sie erzählte außerdem, dass sich Menschen auch in anonymen oder halbanonymen Gräbern beerdigen lassen können. Das heißt, die Gräber sind eine leere Rasenfläche mit beziehungsweise ohne Namenstäfelchen. Dort können nur Urnen begraben werden. Des Weiteren geht der Trend immer weiter in Richtung Urnen. Gräber haben generell in etwa eine Laufzeit von 15 Jahren, welche nach Bedarf aber auch verlängert werden kann, je nach Grabart.

Der Friedhof selbst ist wie eine Parkanlage gestaltet, sodass er auch anders genutzt wird. Dazu sagt Anja Wittlinger: „Ich kann es verstehen, wenn man hier einfach nur spazieren geht.“ Insgesamt findet sie ihren Job befriedigend, da er abwechslungsreich ist und nicht immer nur mit Daten zu tun hat.

Die generellen Fähigkeiten eines Friedhofwärters sollten Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und emotionale Stärke sein.

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