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Lehrer bouldert: Er will nicht der beste Kletterer der Welt werden

Realschüler aus Neuffen erfragten von ihrem Geschichtslehrer sehr interessante Informationen zum Kletterhobby.

Falk Mattey bouldert sehr gerne. Foto: zis

NEUFFEN. Mathis Noel (13) und Defrim Seferi (13) aus der Klasse 8c der Realschule Neuffen sprachen mit ihrem Geschichtslehrer Falk Matthey, der in seiner Freizeit bouldert.

Was ist eigentlich Boldern?

Bouldern ist praktisch das Klettern am Felsen oder in der Halle an Wänden ohne Seil. Es geht maximal vier bis fünf Meter.

Wie sind Sie zum Bouldern gekommen?

Ich habe einen Freund neu kennengelernt und er hat gesagt, dass er bouldert. Dann hat er mich einmal mitgenommen. Meine heutige Freundin hat auch gebouldert, deswegen kannte ich den Sport schon.

Was ist das Schwerste am Bouldern und warum?

Die Abhärtung der Finger ist am schwersten, denn Finger haben keine Muskeln, sondern nur Sehnen, und die abzuhärten und so zu versteifen, dass der Unterarmmuskel nicht die Fingerbänder reißt, das ist das Schwierigste – und es tut am meisten weh. Ansonsten muss man den ganzen Körper und die Körperspannung trainieren.

Was ist das Schlimmste, das Ihnen passiert ist?

Ich hatte zweimal Schulterimpingement, das heißt ein Nerv ist in der Schulter eingeklemmt und verkalkt gewesen, dadurch kann man nicht mehr klettern und nicht mehr richtig schlafen.

Was sind die Vor- und Nachteile beim Bouldern?

Vorteile sind, dass es ein Allrounder Sport und die Community unglaublich positiv ist, nett, und sie achtet sehr auf die Natur.

Nachteile sind vielleicht, dass es sehr schwierig ist, Boulderer zu finden, da es sehr saison- und wetterabhängig ist, und im Wald einen Felsen zu finden, an dem man bestimmte Griffe hat, ist nicht einfach.

Können Sie sich vorstellen, an einem Wettkampf teilzunehmen?

Zweimal im Jahr sind Wettkämpfe in meiner Halle, ich mache nie mit, weil ich diese Wettbewerbssachen nicht mag, und ich mache die Routen einfach so, ohne Bewertung aus Spaß. Der Grund ist einfach, dass ich Wettkämpfe unangenehm finde, ich möchte einfach für mich bouldern, was ich mag.

Wie bleiben Sie motiviert?

Indem ich nicht versuche, der beste Kletterer der Welt zu werden und einfach nur Spaß habe. Und mir ist auch nicht wichtig, Routen fertig zu klettern, ich will einfach nur den nächsten Griff schaffen.

Wie oft trainieren Sie in der Woche?

Ich trainiere fünf bis sechsmal, zwei- oder dreimal davon Bouldern und drei- bis viermal bei mir zu Hause im Fitnessstudio.

Haben Sie einen Lieblingsboulderer oder eine Lieblingsbouldererin?

Ich gucke tatsächlich sehr wenig zum Bouldern an, wenn, dann ist es der, der jedem gefällt: Adam Ondra, der beste Kletterer der Welt, weil er einfach mega positiv ist.

Wie sieht ihr Alltag aus, wenn Sie Bouldern gehen?

Wenn ich in die Halle gehe, ziehe ich meine Schuhe aus, hänge mich an das Fingerboard und ziehe dann die Boulderschuhe an. Wenn ich draußen bin, fahre ich mit mehreren Leuten an einen Felsen und dann suchen wir die Routen.

Sind Sie in einem Verein oder machen Sie das nur als Hobby?

Man hat normalerweise eine lokale Halle. Deswegen kenne ich keine Vereinsmitgliedschaften und ich mache es nur als Hobby.

Was braucht man fürs Bouldern?

Dinge, die man auf jeden Fall braucht, sind Boulderschuhe. Ansonsten braucht man irgendwann mal eine bestimmte Boulderhose, die dehnbar ist, weil man die Arme und Beine sehr weit auseinander machen muss, und irgendwann auch Bürsten und Magnesium.

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