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„Vorsorge betrifft jeden“

Neuffener Realschüler interviewt den Vermögensberater Willi Schuschke.

Willi Schuschke ist gerne Vermögensberater. Foto: zis

NEUFFEN. Noel Steinhübl (13) aus der Klasse 8b der Realschule Neuffen sprach in Nürtingen mit dem Vermögensberater Willi Schuschke.

Wie lange bist du schon in diesem Beruf?

Im Hauptberuf als Vermögensberater bin ich seit 1988.

War dein Büro schon immer in Nürtingen?

Ja.

Was hat dich dazu inspiriert, diesen Beruf zu wählen?

Mich hat damals mein Gitarrenlehrer angesprochen und gefragt, ob ich offen für etwas Neues bin und im Nebenberuf als Vermögensberater reinschauen möchte. Nach eindreiviertel Jahren bin ich dann in den Hauptberuf gewechselt, weil es mir sehr gut gefallen hat und mich absolut überzeugt hat.

Welche Qualifikationen sind notwendig, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein?

Es gibt zwei Seiten, die wichtig sind. Die erste Seite ist die eigene Persönlichkeit und die zweite Seite ist das, was man an Kompetenz und Wissen erlernen kann, um das Ganze auszuüben. Wichtig ist, dass man sich über die Jahre viel Wissen in allen Bereichen aufbaut und auch das allgemeine Fachwissen erwirbt. Man sollte auch gut mit Menschen umgehen können.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Ich starte meistens meinen Tag mit Büroarbeit, checke die E-Mails, erledige Anrufe und administrative Aufgaben.

Danach gehe ich in die Vorbereitung für Kundentermine, um Berechnungen zu machen. Viele Mitarbeitergespräche finden ebenfalls statt. Alles zusammen läuft das über den ganzen Vormittag und nachmittags gehe ich zu den Kunden.

Welche Aufgaben machen dir in deinem Job am meisten Spaß?

Das persönliche Gespräch macht mir am meisten Spaß, sei es mit Mitarbeitern, Partnern oder Kunden. Aber auch digital über Teams. Am meisten jedoch das persönliche Gespräch.

Welche Herausforderungen begegnen dir in deinem Arbeitstag?

Jeden Kunden individuell zu beraten und für jeden die beste Lösung in allen Bereichen anzubieten.

Welche Fähigkeiten sind für diesen Beruf besonders wichtig?

Man hat mit Menschen zu tun, das muss man mögen, und dass man sich als Grundfähigkeit einfach gerne unterhält. Weitere wichtige Voraussetzung ist aber auch die Fähigkeit, sich in einen anderen hineinzudenken und sich in seine Situation zu versetzen.

Wie hat sich dein Beruf in den letzten Jahren verändert?

Alles ist digitaler geworden, es läuft immer mehr über den PC, von Präsentationen bis hin zur elektronischen Antragsunterschrift, die man sich zuschicken kann. Man muss sozusagen nicht immer zwingend zum Kunden nach Hause, die Beratung kann auch digital erfolgen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in deinem Beruf?

Von A-Z, von fachlicher Weiterbildung über persönliche Weiterbildung, Mitarbeiterführung, Präsentationen – unendlich weit gefächert. Wir sind aber auch dazu verpflichtet, 15 Weiterbildungsstunden im Jahr zu absolvieren. Diese müssen wir gesetzlich vorweisen, um fit zu bleiben.

Was sind die größten Vorteile und Nachteile dieses Berufs?

Vorteil ganz klar: Wir können freibestimmt arbeiten, den Tag selbst einteilen und die Schwerpunkte selbst setzen. Das ist auch eine sehr große Stärke. Nachteile dieses Berufes: Wer kein Eigenengagement hat, wird es schwer haben. Der wird wahrscheinlich kein Geschäft machen und keine Grundlage für eine gute Existenz haben.

Wie lange hat es gedauert, um alle notwendigen Fähigkeiten für deinen Job zu erlernen?

Ein gutes Grundgerüst liegt bei drei bis fünf Jahren. Aber am Ende lernt man nie aus. Es geht immer weiter.

Mit welchen Menschen oder Berufsgruppen arbeitest du häufig zusammen?

Querbeet, vom Auszubildenden bis hin zu Rentnern, ist alles dabei. Auch Selbstständige, es ist immer unterschiedlich. Immer eine neue Situation. Jeder hat andere Bedürfnisse.

Welche Arbeitsumgebung bevorzugst du in deinem Beruf?

Ich habe gerne Menschen um mich herum. Deswegen bin ich gerne im Büro in Nürtingen. Dort sind auch andere Vermögensberater, so ist ein persönlicher Austausch möglich und natürlich die Kundenberatung. Wenn ich Ruhe benötige oder konzentriert etwas erledigen muss, gehe ich gerne in mein Homeoffice.

Welche Zukunftsperspektiven siehst du in diesem Beruf?

Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten, zum Beispiel die KI. Aber bei den Finanzen möchten die Kunden immer einen guten Ratgeber an ihrer Seite haben, wenn es ums Thema Geld geht. Und wenn diese vielen Möglichkeiten so bleiben und geboten werden, werden wir mit unserem Job immer gefragt sein.

Wie gehst du mit Stress oder Druck in deinem Beruf um?

Proaktives Herangehen an Probleme und Herausforderungen führt meist zu einer guten Lösung.

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