Leserbriefe

Kommunen verdienen an Pacht für Windräder

Gerhard Neidlein, Wendlingen. Zu den Artikeln „Kritik am planlosen Vorgehen bei Windrad-Standorten“ vom 2. November und „Im Wald hat die Naherholung Priorität“ vom 17. Oktober. Ich habe mich gefragt, warum der Wendlinger Bürgermeister Steffen Weigel (SPD) die Ausweisung eines Vorranggebiets für Windräder im Wendlinger Wald trotz aller Nachteile positiv sieht und wie ich seine Äußerung in der Gemeinderatssitzung, „es gäbe keine Belastung, die nicht Vorteile habe“, zu verstehen habe. Herr Weigel hat in einem Antwortbrief an mich selbst zugegeben, dass bei Starkwind das Geräusch von Windrädern in 700 Metern Entfernung zu hören ist.

Zum einen mag diese positive Sicht der Parteiraison geschuldet sein. Denn es scheint offenbar ein gewaltiger Druck von Regierungsseite auszugehen, das Aufstellen von Windrädern durchzusetzen – seien die Standorte für die Menschen nachteilig oder nicht.

Zum anderen hat es aber der Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann (CDU) in seinem Artikel auf den Punkt gebracht: Windkraft wird derzeit völlig überzogen gefördert und bringt je nach Standort zwischenzeitlich 20 000 bis 60 000 Euro Pacht Windrad pro Jahr! Gehört wie im Falle von Wendlingen der ganze Wald der Gemeinde, so hat die Gemeinde dieses Geld zu 100 Prozent zur Verfügung.

Wie in der Bibel Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht verkaufte, so droht die Stadt Wendlingen einen Teil von dem, was sie lebenswert macht, gegen die Pachterlöse von Windradbetreibern zu verkaufen. Ich kann daher nur dazu aufrufen, wachsam zu sein und bei Gemeinderatswahlen sich die Aussagen der Kandidaten genau anzuschauen.

Zur Startseite